Kommunale Wärmeplanung der Gemeinde Aglasterhausen
Im Rahmen der Evaluation der Klimaziele stellte der Bund fest, dass die bisherigen Maßnahmen zur Umstellung der Erzeugung von Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme aus fossilen auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme nicht ausreichend sind um die Klimaziele zu erreichen.
Aus diesem Grund hat der Bund nun sein Klimaschutzgesetz am 16.11.2023 novelliert. Ziel der Novelle ist es, den Klimaschutz vorausschauender sowie effektiver zu machen und eine Treibhausgasneutralität bis 2045 zu erreichen.
Ergänzend gilt derzeit noch das Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg (KlimaG).
Bei der Realisierung einer erfolgreichen Klimaschutzpolitik kommt der kommunalen Ebene eine besondere Bedeutung zu. Die Gemeinden und Landkreise üben im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz eine Vorbildfunktion für ihre Einwohner aus und können die Rahmenbedingungen für die auf ihrer Gemarkung verursachten Treibhausgas-Emissionen maßgeblich mitgestalten.
Mehr als die Hälfte der gesamten Energie in Deutschland fließt in Wärme, zum Großteil aus fossilen Energieträgern. Die Wärmewende bietet Kommunen nicht nur große Chancen für mehr Lebensqualität, Unabhängigkeit von Energieimporten sowie wirtschaftliche Entwicklung, sondern vor allem auch im Bereich Klimaschutz. Sie nimmt somit eine Schlüsselrolle bei der Energiewende ein. Um die gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen, muss der Wärmebedarf deutlich reduziert und der verbleibende Wärmebedarf dekarbonisiert werden. Der Umbau zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung ist komplex, schwer zu koordinieren, bietet jedoch zahlreiche Möglichkeiten. Die Steuerung und Koordination dieses Transformationsszenarios kann mit einem kommunalen Wärmeplan erfolgen, bei dem die Gemeinden zu den zentralen Akteuren werden.
Was ist ein kommunaler Wärmeplan?
Der kommunale Wärmeplan ist ein strategischer Fahrplan, der das Ziel verfolgt, konkrete Strategien und umsetzungsorientierte Maßnahmen für eine klimaneutrale und zugleich wirtschaftliche Wärmeversorgung des kompletten Gebäudebestands bis zum Jahr 2050 beim Land und bis 2045 beim Bund zu entwickeln.
Gemeinschaftsaufgabe: Integration von vielen unterschiedlichen Akteuren in den Prozess (z.B. Gemeinde, Handwerker, Bürger, Energieversorgungsunternehmen, Wohnbaugesellschaften und viele mehr).
Ganzheitlichkeit: Transformationsszenario einer klimaneutralen Wärmeversorgung für alle Gebäude auf der gesamten Gemarkungsfläche der Kommune, d.h. alle kommunalen Liegenschaften sowie alle Gebäude von Unternehmen und Bürgern.
Technologieoffenheit: Jede Kommune entwickelt einen eigenen Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung, der die jeweilige Situation vor Ort bestmöglich berücksichtigt.
Die kommunale Wärmeplanung ermittelt die wirtschaftlich besten Möglichkeiten für die klimaneutrale Wärmeversorgung einer Kommune. Dafür werden verschiedene, örtlich verfügbare, erneuerbare Wärmequellen berücksichtigt und die geeignetsten Wärmeversorgungssysteme für die unterschiedlichen Ortsteile vorgeschlagen.
Welche Schritte umfasst ein kommunaler Wärmeplan?
Bestandsanalyse:
- Erhebung des aktuellen Wärmebedarfs und -verbrauchs und der daraus resultierenden Treibhausgasemissionen.
- Informationen zu den vorhandenen Gebäudetypen und den Baualtersklassen, der Versorgungsstruktur aus Gas- und Wärmenetzen, Heizzentralen und Speichern sowie Ermittlung der Beheizungsstruktur der Wohn- und Nichtwohngebäude.
Potenzialanalyse:
- Ermittlung der Potenziale zur Energieeinsparung für Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme in den Sektoren Haushalte, Gewerbe-Handel-Dienstleistungen, Industrie
- Erhebung der lokal verfügbaren Potenziale erneuerbarer Energien und Abwärmepotenziale.
Zielszenario:
- Entwicklung eines Szenarios zur Deckung des zukünftigen Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien zur Erreichung einer klimaneutralen Wärmeversorgung.
- Ermittlung zukünftiger Wärme- und Strombedarf sowie Ermittlung von Eignungsgebieten für Wärmenetze und Einzelversorgung.
Lokale Wärmewendestrategie:
- Formulierung eines Transformationspfads zur Umsetzung des kommunalen Wärmeplans mit ausgearbeiteten Maßnahmen, Umsetzungsprioritäten und Zeitplan für die nächsten Jahre.
- Detaillierte Beschreibung der wichtigsten Maßnahmen in Maßnahmenblättern und in Steckbriefen für die Teilgebiete.
aktueller Stand
Zusammen mit den Gemeinden Obrigheim, Haßmersheim, Hüffenhardt, Schwarzach und Neckarzimmern hat sich die Gemeidne Aglasterhausen zur durchführen der Kommunalen Wärmeplanung zu einem Konvoi "links des Neckars" zusammen geschlossen.
Im Zuge dieser interkommunalen Zusammenarbeit, können Synergieeffekte genutzt werden und entsprechend höhere Fördermittel beantragt werden.
Stand: 01/2026
Die Veröffentlichung zur Eignungsprüfung finden Sie hier (Microsoft Word Dokument, 362,88 KB, 29.01.2026).
